Zahnärztin werden: „Der Plan Gottes“

Eine Frau, viele Berufungen – eine katholische Nonne abseits der Klischees
Juli 10, 2022

Zahnärztin werden: „Der Plan Gottes“

Sr. Fabian während ihres Grundstudiums der Zahnmedizin im Jahr 2009

Sr. Fabian während ihres Grundstudiums der Zahnmedizin im Jahr 2009

„Es war beinahe ein netter Zufall, dass ich Zahnärztin wurde. Der Plan Gottes, würde ich sagen. Er führt uns auf Pfade, die wir nie gekannt hätten.“

Die 43-jährige Sr. Mary Fabian, seit 22 Jahren eine der Franciscan Sisters of St Joseph, ist Zahnärztin in Mombasa und absolviert momentan ein Doktoratsstudium in Zahnmedizin. „Dafür danke ich Gott täglich: Meine Berufung.” sagt sie. Darüber hinaus ist sie ist ein wichtiges Mitglied des DfA Kenia Trusts.

Sr. Fabian kam 2003 ans Krankenhaus in Nyabondo, um im Rahmen ihres Daseins als katholische Nonne eine Berufsausbildung zu machen. Dort sollte sie mit Hilfe der anderen Schwestern herausfinden, welcher Beruf für sie am geeignetsten wäre. „Als junge Schwestern ist es unsere Verantwortung, eine Berufung neben unserer christlichen Berufung zu finden. In erster Linie sind wir katholische Schwestern. Doch Jede von uns geht einer weiteren, weltlichen Berufung nach, zum Beispiel als Lehrer, Arzt oder Sozialarbeiter.“

Viele der Schwestern zu der Zeit studierten Krankenpflege. Doch Sr. Fabian wollte einem anderen Beruf nachgehen. Sie hatte Bestnoten erzielt und ihre Vorgesetzten schlugen ihr daher ein Pharmaziestudium vor. Doch Sr. Fabian war nicht überzeugt: “Ich wollte eine Arbeit, bei der man mit den Patienten in Kontakt kommt.“

Ihre Vorgesetzten waren einverstanden und so assistierte Sr. Fabian in der von DfA unterstützten Zahnstation in Nyabondo, um herauszufinden, ob Zahnmedizin das Richtige für sie wäre. “Ich liebte es vom ersten Tag an. Die Zahnstation in Nyabondo war sehr belebt zu der Zeit. Deutsche Freiwillige waren praktisch ständig vor Ort und Krankenpfleger aus dem Krankenhaus assistierten als Zahnarzthelfer. Ich lernte schnell und wurde selbst nach kurzer Zeit eine recht gute Zahnarzthelferin. Meine Vorgesetzten stimmten zu: Ich sollte Zahnärztin werden.”

Sr. Fabian auf ihrer Reise nach Deutschland
Sr. Fabian auf ihrer Reise nach Deutschland

Eine Erfolgsgeschichte

Doch so einfach war das nicht: Der Studiengang wurde damals in Kenia nur an der Nairobi University angeboten und die Plätze waren begrenzt. Sie bewarb sich um einen Studienplatz in Südafrika und wurde angenommen, doch schließlich war das zu teuer.

Gemeinsam mit der Missionszentrale der Franziskaner finanzierte DfA schließlich Sr. Fabians Zahnmedizinstudium an der Kampala International University in Uganda. “Das war die anstrengendste Zeit meines Lebens. Doch nun würde ich auch sagen, die Beste Zeit. Zu der Zeit war DfA noch nicht so groß wie heute. Doch die Organisation unterstütze mich und ein Mitglied besuchte mich sogar während meines Studiums in Uganda. In meinem dritten Studienjahr wurde ich zum 10-jährigen Jubiläum von DfA nach Berlin eingeladen. Dort lernte ich viele Zahnärzte und Mitglieder der Organisation kennen. Das war inspirierend.“

Nach ihrem Abschluss sammelte sie praktische Arbeitserfahrungen in den von DfA unterstützten Zahnstationen in Nyabondo und Kisii. Nun ist sie für ihr Doktoratsstudium der Zahnmedizin in Mombasa.

„Ich bin froh, dass das Projekt, das als kleines Gespräch zwischen ein paar deutschen Zahnärzten – Dr. Hans-Joachim Schinkel und seinen Kollegen – begann, zu einem großen Netz einer NGO herangewachsen ist, von dem viele profitieren. Nicht nur diejenigen, die zahnärztliche und medizinische Hilfe benötigen, sondern auch Waisenkinder und Witwen, von denen jetzt viele aktiv an der Verwaltung der NGO-Aktivitäten teilnehmen und sogar selbst zu Wohltätern werden. Die Zukunft sieht wirklich rosig aus!“

Sr. Fabian teilte ihr Wissen bei einem von DfA organisierten Weiterbildungsseminar im April 2022

            Der Blick in die Zukunft

Sr. Fabian hat hohe Ansprüche an sich selbst. In erster Linie mit dem Ziel, anderen zu helfen. „Ich liebe es meinen Patienten und meiner Gemeinschaft zu dienen und das will ich auf die mir bestmögliche Weise tun. Ich möchte meinem Dienst mehr Bedeutung verleihen. Und so besteht mein weiteres Studium darin, mich mit mehr zu füllen, um noch mehr geben zu können.“

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