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Zukunftschancen vererben

Durch das Patenschaftsprojekt fördert DfA Berufsausbildungen. Dank einer Erbschaft können nun sechs weitere junge Menschen in Kenia ihre Ausbildung abschließen. Foto: E. Pawlitzky

„Ich kann gar nicht beschreiben wie glücklich ich war, als Sister Seraphine mir sagte, dass ich die Ausbildung zur Krankenschwester machen kann“, erzählt die 25-jährige Mary Atieno. Ihr Lächeln wirkt schüchtern, aber die junge Frau weiß schon seit ihrer Kindheit genau was sie will: Krankenschwester werden. Ein wichtiger Beruf in Kenia, einem Land, in dem das Gesundheitssystem unter anderem wegen des starken Fachkräftemangels nur unzureichend für Patienten sorgen kann. Im gesamten Land kommt auf 7200 Patienten nur ein einziger Arzt. Die meisten Ärzte sind in den städtischen Ballungsräumen tätig. In Deutschland versorgt ein Arzt im Schnitt 211 Patienten. Viele Gesundheitseinrichtungen auf dem Land werden in Kenia nur von Krankenschwestern geleitet.

Eine Ausbildung schien unmöglich

Noch vor wenigen Monaten sah es nicht so aus, als könnte Mary ihren Berufswunsch verwirklichen. Sie ist die erstgeborene Tochter in einer Familie mit fünf Kindern und stammt aus dem Dorf Otonglo in Kisumu County im Westen Kenias. Nach dem frühen Tod ihrer Eltern lebte sie mit ihren Geschwistern bei wechselnden Verwandten. Mit 11 Jahren, in der siebten Klasse der Grundschule, wurde sie in das DfA-Patenschaftsprojekt aufgenommen. Die Vereinspatenschaft ermöglicht den Abschluss der weiterführenden Schule. Sie begann ein Studium an der Maseno University in Kisumu. Doch die Gebühren überstiegen das jährliche Limit für Vereinspatenschaften, das bei etwa 500 Euro liegt. Marys Guardians konnten sie nicht unterstützen und ohne einen persönlichen Paten reichte das Geld aus der Vereinspatenschaft nicht aus. Sie musste die Universität verlassen.

Die 25-jährige Mary Atieno aus dem Patenschaftsprojekt möchte Krankenschwester werden. Eine Erbschaft aus Deutschland hat es ihr ermöglicht, diesen Traum wahr werden zu lassen.

Eine Erbschaft ist die Rettung

„Mary war völlig verzweifelt in dieser Zeit“, berichtet Sister Seraphine. „Und ich war es auch. Natürlich hat der Verein nur begrenzte Mittel. Aber sie hatte es so weit gebracht. Besonders für junge Frauen wie sie ist es in Kenia wichtig eine gute Berufsausbildung zu haben und eigenes Geld verdienen zu können.“ Doch im November 2020 kam die Rettung. DfA erhielt eine Erbschaft im Gesamtwert von 40.000 Euro. Sofort wurde entschieden, davon 30.000 Euro für junge Erwachsene wie Mary einzusetzen, die zwar gute Leistungen erbringen, sich aber den Besuch eines College oder einer Universität nicht leisten können. Insgesamt werden sechs junge Erwachsene in Kenia durch das Geld aus der Erbschaft ihre Berufsausbildung bis zum Abschluss weiterverfolgen können. Zwei von ihnen sind HIV-positiv und erhalten seit ihrer Kindheit eine Förderung durch den Fonds 2015+.

Weitere 10.000 Euro werden für mobile, zahnärztliche Einsätze in ländlichen Regionen und den geplanten Bau eines Kinderdorfs in Koliech, Homa Bay County verwendet.

Mary geht auf die St. Joseph Mission Hospital School of Nursing in Migori und macht dort ihre Ausbildung zur Krankenschwester. „Heute habe ich wieder Hoffnung auf eine Zukunft, die mir schon verloren erschien“, sagt sie. Ihr Dank richtet sich an den großzügigen Spender, der ihr durch sein Vermächtnis große Chancen schenken konnte.

Mit einer Erbschaft oder einem Vermächtnis zugunsten von Dentists for Africa e.V. können Sie einen Grundstein für eine bessere Welt für medizinisch unterversorgte Patienten, für Witwen und Kinder in Ostafrika legen. Weitere Informationen finden Sie hier. Sprechen Sie uns gerne auch persönlich an. Sie erreichen unser Büro unter +49 (0) 3634 6048590.

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