Arbeit statt Schule: 35 Prozent der Kinder in Kenia arbeiten täglich

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Arbeit statt Schule: 35 Prozent der Kinder in Kenia arbeiten täglich

Die vierzehnjährige Cynthia arbeitet täglich auf dem Bohnenfeld ihrer Familie und verkauft den Ertrag auf dem Markt, um Medikament für ihre kranke Mutter bezahlen zu können.

Die vierzehnjährige Careen steht in einem Bohnenfeld in Nyabondo, Kisumu County im Westen von Kenia. Ihre tägliche Ernte bringt sie zum Markt in dem kleinen Dorf, in dem sie und ihre Familie leben. „Meine Mutter ist krank und ich habe vier kleine Geschwister“, berichtet sie. „Meine Vater ist verstorben. Durch die Feldarbeit kann ich Medikamente kaufen und meine ganze Familie ernähren.“ Nicht weit davon entfernt arbeitet der dreizehnjährige Meshack auf einer Baustelle. Er muss jeden Morgen nach Arbeit suchen, um seine sieben Geschwister mitzuversorgen. Damit Kinder wie Careen und Meshak eine bessere Zukunft erhalten, setzt sich der Verein Dentists for Africa mit einem Patenschaftsprojekt für sie ein.

So wie den beiden geht es vielen Kindern in Kenia, deren Familien in Armut lebend. 35 Prozent aller Kinder im Alter von 5 bis 14 Jahren arbeiten. Oft gehen sie nicht in die Schule, da ihren Familien das Geld für Schuluniform, Hefte und Bücher fehlt. Besonders die weiterführende Schulbildung ist aufgrund der Schulgebühren schwer zugänglich. Stattdessen müssen Jugendliche harte körperliche Arbeit verrichten und geraten durch fehlende oder schlechte Schulabschlüsse in einen ausweglosen Teufelskreis der Armut. Obwohl sich die Regierung in Kenia bemüht, gegen Kinderarbeit vorzugehen, bleibt das Schulsystem als ein möglicher Ausweg für diese Kinder kaum erreichbar. Hinzu kommt, dass Kinder und Jugendliche oft ihre Geschwister mitversorgen müssen. Nach dem Abschluss der Grundschule arbeiten sie, um die Schulgebühren ihrer Brüder und Schwestern zu bezahlen und zumindest eine Mahlzeit am Tag auf den Tisch zu bringen. „Wenn meine Mutter und ich keine Arbeit finden, haben meine Geschwister an diesem Tag nichts zu essen. Von unserem kleinen Einkommen müssen wir zusätzlich den Schulbesuch bezahlen. Das ist eine große Verantwortung für mich“, erzählt Meshack.

Der dreizehnjährige Meshack arbeitet täglich auf einer Baustelle, um für den Schulbesuch seiner Geschwister zu bezahlen.

Ein Grund ist die prekäre Lage auf dem Arbeitsmarkt. 2018 arbeiteten 83 Prozent aller Kenianer im informellen Sektor und hatten nur ein geringes Einkommen. Weil die Eltern nicht genug verdienen, um ihre Kinder zu versorgen und zur Schule zu schicken, sind sie auf deren Hilfe beim Verdienst des Lebensunterhalts angewiesen. Häufig stirbt ein Elternteil früh an Krankheiten wie Malaria, HIV oder Tuberkulose. Für die Kinder ist es dann fast unmöglich, genügend Geld für den Besuch der weiterführenden Schule zusammenzubringen. 40 Prozent aller Kinder in Kenia schließen nur die Grundschule ab und besuchen danach keine weiterführende Schule. Dadurch sind sie besonders anfällig für Ausbeutung. Die Chance auf besser bezahlte Jobs bleibt ihnen langfristig verwehrt. Stattdessen helfen sie im Haushalt, bearbeiten Felder, klopfen Steine, brennen Ziegel, verkaufen Waren und transportieren Güter und Waren auf Motorrädern, Fahrrädern und oft zu Fuß. Leider ist auch Kinderprostitution keine Seltenheit.

Bildung als Ausweg

Um Kinderarbeit zu verhindern, ist Bildung der wirksamste Weg. DfA setzt sich daher durch das Patenschaftsprojekt und das Kinderförderprogramm dafür ein, dass Waisenkinder eine Chance auf eine Schul- und Berufsausbildung haben. Dabei werden sie auf Internate geschickt, wo sie ungestört lernen und sich ganz auf ihre Entwicklung konzentrieren können. Mit ihren Abschlüssen können sie besser bezahlte Berufe ergreifen und sich um ihre Familien kümmern, sich aber gleichzeitig auch selbst etwas aufbauen.

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