Vier Einsätze in Kenia – und eine Sammeldose in der eigenen Praxis

Dr. HerzogViermal war Dr. Christoph Herzog bereits als Zahnarzt für Dentists for Africa in Westkenia im Einsatz. In seiner eigenen Praxis sammelt er heute Zahngold und andere Edelmetalle für DfA. Warum beides für ihn unmittelbar zusammengehört – und weshalb er auch Kolleginnen und Kollegen ermutigt, ihren Patientinnen und Patienten diese einfache Möglichkeit der Unterstützung anzubieten.

Viermal war er bereits als Zahnarzt für Dentists for Africa in Westkenia im Einsatz, das erste Mal 2016. So konnte er über die Jahre selbst verfolgen, wie sich die zahnmedizinische Arbeit vor Ort weiterentwickelt hat. „Ich weiß, wie gut das Geld eingesetzt wird. Ich habe selbst gesehen, welchen Effekt und welche Wirkung die Unterstützung vor Ort hat.“

Wird in seiner Praxis beispielsweise eine Goldkrone entfernt, erklärt Herzog zunächst, dass die Patientin oder der Patient das Material selbstverständlich mitnehmen kann. Wer es nicht behalten möchte, kann es in der Praxis lassen und spenden.

"Für mich ist das eine Spende ‚aus dem Mund in den Mund‘: Unsere Patienten brauchen ihr altes Zahngold nicht mehr und können damit dazu beitragen, dass Menschen in Kenia eine bessere zahnmedizinische Versorgung bekommen.“
Dr. Herzog
Dr. Christoph Herzog
Zahnarzt und ehemaliger Einsatzleistender

Im Wartezimmer informiert Herzog nicht nur mit dem Zertifikat über die Edelmetallsammlung. Dort hängt auch sein eigener Bericht über einen seiner Einsätze in Kenia – ausgedruckt im DIN-A3-Format. Die Patientinnen und Patienten lesen ihn. Und sie sprechen ihn darauf an: „Das ist ja ein super Projekt. Ach, Sie waren selbst da?“ Einige hätten sich bei ihm sogar für sein Engagement bedankt. Andere erinnern sich an alten Zahnersatz, der längst zu Hause liegt, und bringen ihn mit in die Praxis: „Das gebe ich dahin.“ Für Herzog macht die eigene Erfahrung dabei einen Unterschied. Er kann seinen Patientinnen und Patienten nicht nur von einem Projekt erzählen, sondern davon, was er bei seinen vier Einsätzen selbst erlebt hat.

Zehn Jahre später: Wirkung, die bleibt

Gerade weil Herzog seit 2016 immer wieder nach Westkenia zurückgekehrt ist, konnte er Entwicklungen über einen längeren Zeitraum verfolgen. Eine Erfahrung aus den Schulbesuchen, wo Teams aus Einsatzleistenden und einheimischem Personal an Schulen auf dem westkenianischen Land fahren, Prophylaxeschulungen machen und hunderte Schulkinder untersuchen und bei Bedarf anschließend kostenfrei behandeln, zeigt für ihn besonders eindrücklich, was zahnmedizinische Unterstützung langfristig bedeuten kann. „Bei den Schulbesuchen ist mir bewusst geworden: Vor zehn Jahren habe ich dort Füllungen gemacht. Hätte ich das nicht gemacht, wären diese Zähne weiter kaputtgegangen. Die Kinder von damals sind heute junge Erwachsene – und im besten Fall tragen sie diese Zähne immer noch.“

Einmal im Jahr ein Päckchen – mehr Aufwand ist es kaum

Auch die Edelmetallsammlung selbst ist für Herzog unkompliziert. Das Material wird in der Praxis gesammelt und später an Dentists for Africa geschickt: „Der einzige Aufwand ist, das an DfA zu schicken. Einmal im Jahr ein Päckchen zu schnüren – das ist eigentlich alles.“ Mit den Patientinnen und Patienten müsse ohnehin besprochen werden, was mit dem entfernten Zahnersatz geschehen soll. Dabei zusätzlich auf die Spendenmöglichkeit hinzuweisen, bedeute kaum Mehraufwand. Und auch kleine Mengen sind für Herzog kein Argument dagegen: „Wenn es gesammelt an die richtige Stelle kommt, kann es direkt etwas verändern.“

Seinen Kolleginnen und Kollegen rät er deshalb, ihren Patientinnen und Patienten diese Möglichkeit überhaupt erst einmal anzubieten: „Auf jeden Fall machen. Ich glaube, dass viele Patienten bereit sind zu spenden. Man muss ihnen nur die Hand reichen und die Möglichkeit anbieten.“

Und den Menschen, die ihr Altgold bereits gespendet haben, möchte Herzog vor allem eines sagen: „Ich möchte mich bei allen bedanken, die ihr Altgold gespendet haben. Sie haben damit viel für die Zahnmedizin in Kenia möglich gemacht und einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass die Projekte von Dentists for Africa vorangebracht werden können.“

Auch mit Ihrer Praxis Edelmetall sammeln oder als Privatperson spenden: Zahnarztpraxen können unkompliziert Zahngold und anderen edelmetallhaltigen Zahnersatz für Dentists for Africa sammeln. Wir stellen dafür eine Sammeldose, Informationen für Patientinnen und Patienten sowie die benötigten Unterlagen zur Verfügung. Unser ehrenamtlicher Ansprechpartner Dr. Andreas Pathe beantwortet Fragen, unterstützt Praxen beim Einstieg und steht auch Privatpersonen zum Gespräch bereit.

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