Manche Veranstaltungen erzählen eine größere Geschichte, als es auf den ersten Blick scheint.
Als Dentists for Africa am 28. Mai gemeinsam mit der Organisation GirlPower Kenya den Menstrual Hygiene Day an der St. Michael Preparatory School in Koliech ausrichtete, ging es um weit mehr als einen Aktionstag – sondern um Bildung, Gesundheit und darum, wie sich Chancen vervielfachen, wenn Menschen die Möglichkeit erhalten, ihren eigenen Weg zu gehen.
Ein Bericht von unserem kenianischen Mitarbeiter Francis Mwai Opiyo
Rund 300 Schülerinnen und Schüler der Klassen 4 bis 9 nahmen an der Veranstaltung teil. Ziel war es Wissen zu vermitteln, Tabus abzubauen und Mädchen dabei zu unterstützen, gesund und selbstbestimmt ihren Bildungsweg fortzusetzen. Der Menstrual Hygiene Day wird jedes Jahr am 28. Mai begangen – die Zahl 28 steht für die durchschnittliche Länge eines Menstruationszyklus, der fünfte Monat für die durchschnittlich fünf Tage einer Periode.
Eine Partnerschaft, die aus Förderung entstanden ist
Damit diese Veranstaltung stattfinden konnte, brauchte es den richtigen Partner. Mit GirlPower Kenya fand Dentists for Africa eine Organisation, deren Arbeit im Bereich Gesundheit und Empowerment junger Menschen perfekt zu diesem Anliegen passt.
Das schnelle Zustandekommen dieser Partnerschaft hatte einen besonderen Grund: Eine ehemalige DfA-Stipendiatin arbeitet heute dort. Lucy Onyango, ehemaliges Patenkind von Dentists for Africa, studierte Public Health (Öffentliches Gesundheitswesen) an der Universität in Kisii. Heute leitet sie bei GirlPower Kenya den Bereich Programme sowie Monitoring & Evaluation. Gemeinsam mit ihrem Team gestaltete sie die Veranstaltung in Koliech.
Für die Schülerinnen und Schüler war Lucy daher weit mehr als eine Referentin. Sie stammt aus derselben Region und kennt die Lebensrealität vieler Familien aus eigener Erfahrung. Als sie vor den Kindern stand, sprach dort nicht nur eine Gesundheitsfachkraft aus der Ferne über Möglichkeiten – sondern jemand, der selbst zeigt, was durch Bildung möglich werden kann.
Aufklärung, die alle angeht
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Grundlagen der Menstruation, praktische Hinweise zur Hygiene sowie die Frage, wie eng Menstruationsgesundheit und Bildung miteinander verbunden sind. Denn versäumte Schultage summieren sich – und für manche Mädchen werden daraus verpasste Chancen. Zudem gab es wertvolle Informationen, wie und wo man sich Hilfe oder Unterstützung suchen kann (etwa bei den Vertrauenslehrern oder im DfA-Beratungsbüro bei Mitarbeiterin Perpetua Achieng‘). Auch Jungen und männliche Lehrkräfte nahmen an den Gesprächen und praktischen Einheiten teil.
Unterstützung, die bleibt
Zum Abschluss wurden Damenbinden, Taschentücher und Unterwäsche verteilt. Ein Teil der Materialien blieb an der Schule, damit Lehrkräfte Schülerinnen und Schüler auch in Zukunft bei Bedarf unterstützen können.
Rund 300 Kinder und Jugendliche aus sechs Klassenstufen an einem einzigen Tag zu erreichen, ist ein wichtiger Schritt. Besonders wertvoll ist dabei der präventive Ansatz: Viele der jüngeren Schülerinnen und Schüler stehen noch am Anfang ihrer Pubertät. Frühzeitige Aufklärung schafft Wissen, bevor Unsicherheiten und Vorurteile entstehen.
Wenn Förderung Wirkung entfaltet
Gleichzeitig macht die Zusammenarbeit mit GirlPower Kenya sichtbar, welche Wirkung das Stipendienprogramm von Dentists for Africa über die Jahre entfalten kann: Aus der Förderung einer einzelnen Schülerin wurde eine Fachkraft im Bereich Public Health, die heute selbst hunderte junger Menschen erreicht. Die Investition in eine Person vervielfacht sich dadurch über die Zeit.
Sie steht beispielhaft für viele DfA-Alumni, die heute in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Gemeinwesenentwicklung arbeiten und Fachwissen, lokale Erfahrung und neue Möglichkeiten für Partnerschaften mitbringen. In diesem Netzwerk liegt großes Potenzial.
Für mich zeigt dieser Tag, was das Patenschaftsprojekt von Dentists for Africa über die Jahre aufgebaut hat. Aus einem geförderten Kind wird eine Fachkraft. Aus einer Fachkraft wird eine Partnerin. Aus einer Partnerschaft entstehen neue Chancen für hunderte junge Menschen. An alle, die dies möglich gemacht haben: Danke.
Und an die DfA-Alumni, die heute in ihren Gemeinden, Organisationen und Berufen Verantwortung übernehmen: Genau dafür wurde dieses Programm geschaffen. Ihr seid der Grund, warum wir diese Arbeit tun.
So wird aus der Förderung eines einzelnen Kindes weit mehr als eine individuelle Erfolgsgeschichte: Es entsteht Wirkung, die weitergegeben wird und ganze Gemeinschaften erreicht.
👉 Die nächste Erfolgsgeschichte beginnt vielleicht heute. 20 Kinder warten derzeit auf eine Patenschaft bei Dentists for Africa. Melden Sie sich bei uns. Unterstützen Sie ein Kind auf seinem Bildungsweg.
