Das ist Norbert – neun Jahre alt, geht zur Schule und hat sich von den Folgen eines Unfalls vor zwei Jahren gut erholt. Wir erzählen heute seine Geschichte, weil sie zeigt, wie wichtig eine erreichbare zahnmedizinische Versorgung auch dann ist, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert.
Norbert muss täglich mehrere Kilometer zu Fuß zurücklegen, um von seinem Elternhaus zur Schule zu kommen. Er war sieben Jahre alt, als er auf dem Heimweg von der Schule von einem Motorrad angefahren wurde. Ein Passant brachte ihn in das St. Joseph’s Nyabondo Mission Hospital and Trauma Centre, wo er einige Tage stationär behandelt wurde. Röntgenaufnahmen zeigten, dass Norbert sich neben einem gebrochenen Bein auch einen Bruch des Unterkiefers und Verletzungen an den Frontzähnen im Oberkiefer zugezogen hatte.
Für seine Familie kamen der Unfall und die damit verbundenen Behandlungskosten völlig unerwartet. Norberts Eltern leben mit ihren Kindern von kleinbäuerlicher Landwirtschaft und einem kleinen Geschäft. Einen Teil ihres verfügbaren Einkommens hatten sie gerade für die Schulgebühren der Kinder ausgegeben, eine Krankenversicherung hatte die Familie nicht – dies ist nicht unüblich in Kenia. Die zusätzlichen Kosten für die notwendigen Behandlungen konnten sie deshalb zu diesem Zeitpunkt nicht aufbringen.
Zahnmedizinische Behandlung in Nyabondo
Zu dieser Zeit war die Aachener Oralchirurgin Dr. Marie Sophie Katz für Dentists for Africa in Nyabondo im Einsatz. Gemeinsam mit dem kenianischen Team kümmerte sie sich um Norberts Zahn- und Kieferverletzungen. Nach der Röntgendiagnostik erhielt er die notwendige zahnmedizinische Versorgung, darunter Füllungen und eine Schienung. Auch sein gebrochenes Bein musste behandelt werden. Da seine Familie die dafür anfallenden Kosten zu diesem Zeitpunkt nicht tragen konnte, entschieden sich die Einsatzleistenden, die Kosten für die notwendige Notfallversorgung des Beins zu übernehmen.
Wie geht es Norbert heute?
Nach der Behandlung blieb ein Mitarbeiter von Dentists for Africa Kenya mit Norbert und seiner Familie in Kontakt. Vor Kurzem haben wir uns noch einmal nach ihm erkundigt und freuen uns sehr über die guten Nachrichten: Norbert hat sich von den Folgen des Unfalls gut erholt. Inzwischen ist er neun Jahre alt und besucht die zweite Klasse. Sein Bein ist verheilt, lediglich an einem Zahn ist noch eine Füllung notwendig. Sie soll möglichst an einem Wochenende oder in einer schulfreien Zeit gemacht werden, damit Norbert dafür keinen Unterricht versäumt. Zwei Jahre nach dem Unfall ist damit vor allem eines wieder wichtig: sein ganz normaler Schulalltag.
Zahnmedizinische Hilfe dort, wo sie gebraucht wird
In unserem Zahnmedizinprojekt geht es nicht nur um die Behandlung von Karies und Zahnschmerzen oder um Prophylaxe. Auch nach einem Unfall wie dem von Norbert muss zahnmedizinische Hilfe erreichbar sein. Dentists for Africa unterstützt deshalb die zahnmedizinische Versorgung in Westkenia gemeinsam mit den kenianischen Teams vor Ort und mit Zahnärztinnen und Zahnärzten aus Deutschland, die sich freiwillig für einige Wochen in den DfA-Zahnstationen engagieren.
Auch die Erlöse aus Zahngold und anderen Edelmetallspenden helfen uns, diese Arbeit zu finanzieren. Zahnarztpraxen können entfernte Kronen, Brücken und anderen Zahnersatz mit Zustimmung ihrer Patientinnen und Patienten für Dentists for Africa sammeln. Auch Privatpersonen können Zahngold und andere Edelmetalle direkt an uns spenden.
