Was passiert mit einer alten Krone oder Brücke, wenn sie beim Zahnarzt entfernt wird? Für viele Patientinnen und Patienten hat das Material anschließend keine Bedeutung mehr. Dabei können die enthaltenen Edelmetalle noch einen beträchtlichen Wert haben – und gespendet viel bewirken. Dentists for Africa sammelt seit vielen Jahren Zahngold und andere Edelmetalle. Sie werden professionell recycelt, die Erlöse kommen der Arbeit des Vereins in Kenia zugute. Zahnarztpraxen spielen dabei eine wichtige Rolle: Sie können ihre Patientinnen und Patienten direkt bei der Behandlung auf die Möglichkeit einer Spende aufmerksam machen und das gespendete Edelmetall sammeln. Wie einfach das im Praxisalltag funktionieren kann, zeigt das Beispiel von Dr. Reinhard Bocker und seiner Praxis JENzahn in Jena.
Dr. Reinhard Bocker sammelt seit 2024 Edelmetallspenden für Dentists for Africa. Der Zahnarzt kennt die Arbeit der Organisation nicht nur aus der Ferne: Er war selbst in Kenia im Einsatz und hat erlebt, wo Unterstützung gebraucht wird und was sie bewirken kann. Wird bei einer Behandlung alter Zahnersatz entfernt, spricht Bocker seine Patientinnen und Patienten auf die Möglichkeit einer Spende an. Denn seine Erfahrung zeigt: Wer das Material mit nach Hause nimmt, lässt es nicht selten anschließend einfach liegen. „Ich habe einige Patienten, die das Metall mitgenommen haben und es eigentlich einlösen wollten. Am Ende wurde es dann doch nicht gemacht – es kullert irgendwo herum.“ Die Alternative ist einfach: Das Edelmetall kann mit Zustimmung der Patientinnen und Patienten direkt in der Praxis bleiben und gespendet werden. Ein Zertifikat im Wartezimmer informiert zusätzlich über das Engagement.
Hohe Spendenbereitschaft
Die Bereitschaft dazu erlebt Bocker als ausgesprochen hoch. Bereits nach weniger als einem Jahr Sammlung konnte seine Praxis Ende 2024 4.833,72 Euro aus Edelmetallspenden an Dentists for Africa übergeben. Damals schätzte er, dass rund 90 Prozent der angesprochenen Patientinnen und Patienten ihr Altgold gespendet hatten. „Wir sind überwältigt von der Spendenbereitschaft unserer Patienten und danken jedem Einzelnen für die Unterstützung“, sagte Bocker anlässlich der damaligen Übergabe.
„Es ist kein Aufwand.“
Dass die Edelmetallsammlung für eine Zahnarztpraxis mit erheblicher zusätzlicher Arbeit verbunden sei, kann Bocker aus seiner Erfahrung nicht bestätigen. Im Gegenteil: „Das ist Quatsch – es ist kein Aufwand.“ Auch die Gespräche darüber erlebt er positiv: „Die Patienten spenden ihr Edelmetall und fühlen sich berechtigterweise gut dabei.“ Dass er 2015 selbst einen Einsatz in Kenia gemacht und die Projekte vor Ort kennengelernt hat, spielt dabei eine wichtige Rolle. Bocker kann aus eigener Erfahrung erzählen, wofür Dentists for Africa arbeitet und warum er sich entschieden hat, die Organisation zu unterstützen.
Große Kampagnen in der Praxis hält er dafür nicht für notwendig. Gut aufbereitete Informationen im Wartezimmer und das persönliche Gespräch reichen aus seiner Sicht aus, um Patientinnen und Patienten auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen.
Auch mit Ihrer Praxis oder als Privatperson Edelmetall sammeln: Was bei Dr. Bocker in Jena funktioniert, lässt sich unkompliziert auch in anderen Zahnarztpraxen umsetzen. Dentists for Africa stellt dafür Sammeldosen, Informationen für Patientinnen und Patienten sowie die benötigten Unterlagen zur Verfügung. Unser ehrenamtlicher Ansprechpartner Dr. Andreas Pathe beantwortet Fragen und unterstützt Praxen beim Einstieg. Auch Privatpersonen können mitmachen: Wer noch Zahngold, alte Kronen oder anderen edelmetallhaltigen Zahnersatz zu Hause hat, kann diesen direkt an Dentists for Africa spenden.
