Weltfrauentag 8. März: Wenn Frauen einander Zukunft schenken

Am Weltfrauentag 2026 richtet sich der Blick auf Gleichberechtigung und Selbstbestimmung von Frauen weltweit. In Nyabondo, Kenia, wird genau das konkret gelebt: Der Versammlungsraum der Witwenkooperative St. Monica Village ist gut gefüllt mit jungen Müttern – die Mehrzahl selbst erst zwischen 15 und 18 Jahren alt – und ihren Babys. Einige der Jüngsten liegen ruhig schlafend im Arm ihrer Mutter oder auf einer kuscheligen Decke am Boden. Währenddessen hören die Frauen aufmerksam zu, tauschen Erfahrungen aus und stellen Fragen. Hier entsteht ein geschützter Raum, getragen von Solidarität unter Frauen – und von der Überzeugung, dass Gemeinschaft stärker ist als Stigmatisierung.

Eine frühe Schwangerschaft bedeutete für viele Mädchen Schulabbruch, gesellschaftliche Stigmatisierung und den Verlust familiärer Unterstützung. Gleichzeitig erleben auch Witwen in ihrer Gemeinschaft soziale Isolation. Das Projekt der Witwenkooperative bringt beide Gruppen zusammen. Seit November 2024 begleiten die Witwen junge Mütter mit Counselling, monatlichen Seminaren und Workshops. Themen wie mentale Gesundheit, Familienplanung, Menstruationshygiene und Selbstbestimmung stehen im Mittelpunkt. Regelmäßig nehmen 30 bis 50 junge Frauen mit ihren Babys teil. Über 200 junge Mütter konnten bereits erreicht werden. Dentists for Africa unterstützt das Projekt finanziell.

„Witwen und junge Mütter unterliegen beide einem Stigma. Durch Austausch und Gemeinschaft zerbrechen sie nicht an ihrem Schicksal – sie wachsen daran. Diese Form der Frauenförderung entsteht aus Solidarität, nicht aus Hierarchie.“
Katharina Weiland-Zejewski
Katharina Weiland-Zejewski
Leiterin des DfA-Witwenprojekts

Young Mothers SeminarHilfe zur Selbsthilfe – praktisch und stärkend

Ein wichtiger Baustein ist die gemeinsame Herstellung wiederverwendbarer Stoffbinden und Babywindeln. Das reduziert laufende Kosten, verbessert die Hygiene und schafft Perspektiven für ein eigenes Einkommen. Vor allem aber erleben die jungen Frauen Selbstwirksamkeit: Sie lernen, gestalten, unterstützen sich gegenseitig. 

„Es geht um Rat, Begleitung und praktische Hilfe. Viele junge Mütter werden nicht gesehen oder ernst genommen. Nach unseren Seminaren sagen sie: ‚Ein Kind zu bekommen ist kein Verbrechen.‘ Sie gewinnen ihr Selbstwertgefühl zurück und lernen: ‚Sag Nein zu einer frühen Schwangerschaft.‘“
Rhoda Ogada, Managerin der Witwenkooperative St. Monica Village in Kenia
Rhoda Ogada
Managerin der Witwenkooperative St. Monica Village in Nyabondo, Kenia

 

Die Gemeinschaft hilft, Stigmatisierung nicht als persönliches Versagen zu begreifen, sondern als gesellschaftliches Problem – und daran zu wachsen.

„Die Witwen hören zu und zeigen mir, dass ich nicht allein bin. Die wichtigste Botschaft für mich ist ‚Ubuntu‘ – Ich bin, weil wir sind. Wir brauchen einander.“
Irene
Teilnehmerin (17 Jahre), Mutter eines einjährigen Jungen

 

Die jungen Mütter erlernen das Wickeln mit Stoffwindeln.Bis zu 90 junge Mütter besuchen die monatlich stattfindenden Seminar im Versammlungsraum der Witwenkooperative.Gerade am Weltfrauentag zeigt dieses Projekt: Veränderung entsteht dort, wo Frauen einander zuhören, Wissen teilen und Verantwortung füreinander übernehmen.

👉 Unterstützen Sie das Witwenprojekt und damit junge Mütter in Kenia. Jede Spende stärkt Selbstbestimmung, Bildung und Zukunftsperspektiven.

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