Beratung bei der Witwenkooperative
Hilfe zur Selbsthilfe – ganz konkret!
Vier der Witwen wurden zu psychosozialen Beraterinnen ausgebildet und bieten auf dem Gelände der Kooperative sowie in den umliegenden Gemeinden kostenfreie Seelsorge für Frauen, Kinder, Teenagemütter, Nachbarn und weitere Hilfesuchende an.
Projektziele:
- Menschen in herausfordernden Situationen eine Perspektive schenken
- Kostenfreie Beratung ermöglichen – damit jede Person die Hilfe erhält, die sie benötigt
- Ausbildung und Beschäftigung von Frauen in Kenia fördern
Projektbeschreibung:
Besonders Frauen und Mädchen werden Opfer von Gewalt, Stigmatisierung, Landraub und Benachteiligung. Auf vielen lastet ihr Schicksal schwer.
Um der Seele Freiraum zu schenken, den Blick auf das Positive zu lenken und um mit Zuversicht sowie aus eigener Kraft neue Wege zu finden, wurde der Counselling Service der Witwen ins Leben gerufen. Ziel ist es, Menschen dabei zu unterstützen, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten.
Der Wunsch nach einem Beratungsangebot entstand aus der Kooperative selbst heraus. Vier Mitglieder – alle selbst Witwen – wurden entsprechend ausgebildet. In Kenia unterliegen Witwen häufig einem gesellschaftlichen Stigma und haben bereits in jungen Jahren tiefgreifende Erfahrungen und Schicksalsschläge erlebt.
Der Beratungsdienst schenkt nicht nur Verständnis, sondern zeigt Wege auf, das eigene Leben aktiv zu gestalten. Er bietet Hoffnung und neue Perspektiven.
Wirkung vor Ort:
Durch die Beratungen werden lokale Herausforderungen sichtbar. So entwickelte sich das St. Monica Village im Jahr 2024 zu einer Anlaufstelle für junge Mütter, nachdem auffallend viele Teenagemütter Unterstützung suchten. Das Team der Beraterinnen informiert, klärt über Rechte auf und bietet bei Bedarf Schutz – etwa durch Notunterkünfte auf dem Gelände der Kooperative. Die Beratung erfolgt sowohl vor Ort als auch mobil: Die Beraterinnen besuchen umliegende Dörfer und unterstützen Menschen direkt in ihrem Zuhause.
Beratungsthemen:
Die besprochenen Herausforderungen sind vielfältig:
- Tradition der Witwenerbschaft
- Rechtswidrige Landaneignung nach dem Tod eines Mannes
- Psychische und physische Gewalt
- Fälle von Vergewaltigung und ungewollter Schwangerschaft
- Gesundheitsprobleme, insbesondere HIV (Infektionsrate in der Region: ca. 20%)
- Finanzielle Sorgen, z. Mangel an Schulgebühren oder unzureichende Ernährung
Insbesondere bei sensiblen Fragen vertrauen sich viele Betroffene eher den Beratern als den Regierungsbehörden an. Die Berater unterstützen und befähigen die Frauen, ihren eigenen Weg zu finden.
