Ein Jahr Community Health Champions in Asumbi

CHC Project Unter großen Bäumen vor dem Asumbi Mission Hospital stehen sie im Kreis um eine riesige Torte: 50 Community Health Champions (CHC), das Koordinationsteam und Vertreter des Ministry of Health. Es ist Januar 2026 – genau ein Jahr nach Projektstart. Dr. Isa Rait ist erneut vor Ort.

„Als ich die Gruppe dort sitzen sah, wusste ich: Dieses Projekt lebt“, berichtet sie. „Man spürt den Stolz und die Verantwortung, die jede und jeder Einzelne trägt.“

„You are our eyes in the community“, ruft Schwester John Mary, Projektleiterin vor Ort, den CHC zu – „Ihr seid unsere Augen in der Dorfgemeinschaft.“ Und genau das sind sie: Sie besuchen regelmäßig ihre Haushalte, klären über Krankheiten und Mundgesundheit auf, begleiten PatientInnen und überweisen behandlungsbedürftige Menschen ins Hospital. Im ersten von zwei Projektjahren haben die CHC die Hälfte der Gemeindemitglieder besucht.

„Für viele Familien ist es das erste Mal, dass jemand mit ihnen über Prävention spricht – und zwar bei ihnen zu Hause.“
Dr. Isa Rait

Vertrauen, das wächst

„Die CHC erzählen, wie dankbar die Menschen sind“, sagt Dr. Rait. „Viele nennen sie respektvoll ‚No.1 doctors‘. Das zeigt, welches Vertrauen sie sich erarbeitet haben.“ Gerade die zahnmedizinische Aufklärung entfaltet Wirkung: „Für viele Familien ist es das erste Mal, dass jemand mit ihnen über Prävention spricht – und zwar bei ihnen zu Hause.“

Herausforderungen im System

Doch es gibt auch Sorgen, die die CHC hier vortragen und besprechen. „Das staatliche Gesundheitssystem übernimmt notwendige Behandlungen nicht“, berichtet Dr. Rait. „Wenn Menschen Transport und Therapie aus eigener Tasche zahlen müssen, bleiben sie trotz Überweisung zu Hause.“ Es wurden verschiedene Möglichkeiten diskutiert, den Menschen Zugang zu Behandlungen zu ermöglichen. Die Unsicherheit durch eingefrorene internationale Hilfsprogramme besteht zudem weiterhin. „Noch wissen wir nicht, wie stark sich das langfristig auswirken wird.“

Ein Fahrrad, das Hoffnung trägt

Der emotionalste Moment des Tages: die Preisverleihung für die zehn CHC mit den meisten Überweisungen. Als der erste Preis – ein Fahrrad – überreicht wird, brandet Jubel auf. „Die Freude war überwältigend“, erzählt Dr. Rait. „Alle standen auf, es wurde gesungen, geklatscht, gelacht. Dieses Fahrrad ist weit mehr als ein Preis – es bedeutet kürzere Wege zu den Haushalten, mehr Reichweite, mehr Hilfe.“ Und dann wird es feierlich: Die große Torte mit der Aufschrift „Love in Action – God bless CHC“ („Liebe in Aktion – Gott schütze die Gesundheits-Champions“) wird geteilt, die Gemeinschaft feiert sich selbst.

„Zugang zu zahnmedizinischer Versorgung ist kein Luxus. Er ist eine Frage der Gerechtigkeit.“
Dr. Isa Rait

Nachhaltig Strukturen stärken

Das Projekt, ermöglicht durch die Unterstützung der Walter-Gastreich-Stiftung, stärkt lokale Strukturen nachhaltig. Es setzt auf Eigeninitiative, Professionalität und Systemstärkung.

„Zugang zu zahnmedizinischer Versorgung ist kein Luxus. Er ist eine Frage der Gerechtigkeit“, sagt Dr. Isa Rait. Damit die Community Health Champions weiterhin „unsere Augen in der Gemeinde“ bleiben können, braucht es verlässliche Unterstützung.

👉🏽 Ein ausführlicher Beitrag über das Projekt ist im Sommer 2025 in der Fachpublikation Zahnärztliche Mitteilungen (zm) erschienen.

👉🏽 Um die lokalen Gesundheitsstrukturen weiterhin zu sichern, können Sie ganzjährig für unser Zahnmedizinprojekt (Dental Care Program) spenden!

Nach oben scrollen