Wenn Träume wahr werden: Die Geschichte von Wycliffe

WycliffeManche Geschichten stehen stellvertretend für das, was nachhaltige Förderung bewirken kann. Die Geschichte von Wycliffe ist eine davon. Sie zeigt, wie Vertrauen, Bildung und langfristige Unterstützung nicht nur einen individuellen Lebensweg verändern, sondern auch Wirkung für eine ganze Gemeinschaft entfalten können. Heute arbeitet Wycliffe in einer Zahnstation von Dentists for Africa in Kenia – auf dem Weg zu seiner Berufszulassung. Sein Weg dorthin war alles andere als selbstverständlich.

 „Aufgeschobene Hoffnung macht das Herz krank, aber wenn Träume endlich wahr werden, gibt es Leben und Freude. Meine Geschichte ist eine Geschichte von Verlust – und von neuer Hoffnung.

Ich verlor beide Eltern in sehr jungem Alter. Das brachte viele Herausforderungen mit sich. Trotzdem bin ich heute ein entschlossener junger Mann, der aus sehr bescheidenen Verhältnissen stammt und sich zum Ziel gesetzt hat, der Gemeinschaft etwas zurückzugeben. Mein Wunsch ist es, Hoffnung zu schenken – besonders den schwächsten und wirtschaftlich benachteiligten Menschen und den vielen gefährdeten Waisenkindern.

Mein Weg zu Dentists for Africa

Ich kam im Jahr 2019 zu Dentists for Africa, als ich im Büro in Nyabondo eine Stelle in der Datenverarbeitung für das Patenschaftsprojekt antrat. Diese Aufgabe machte mich zu einem analytischen und kritischen Denker. Während der Covid-19-Pandemie sammelte ich Berichte über die Auswirkungen auf Patenschaften, Ernährungsprogramme für Kinder und weitere Begünstigte von Dentists for Africa.

„In dieser Zeit besuchte ich eine der Zahnkliniken im Missionskrankenhaus von Nya-bondo. Zu sehen, wie Menschen mit Schmerzen und geschwollenen Kiefern kommen und die Zahnklinik mit einem Lächeln und Erleichterung verlassen, hat meine Leidenschaft für den Beruf des Community Orals Health Officers (COHO) geweckt.“
Wycliffe
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„Danke, dass Sie mir Leben und Freude schenken, indem Sie meinen Traum wahr werden lassen!“
Wycliffe
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Mir wurde bewusst, wie begrenzt der Zugang zu zahnärztlicher Versorgung in meiner Region ist – und dass ich selbst an vorderster Front helfen möchte.

WycliffeEin Traum – und die Realität

Der Wunsch, Community Oral Health zu studieren, war geboren. Doch schnell holte mich die Realität ein. Da ich aus bescheidenen Verhältnissen stamme und beide Eltern im zarten Alter verloren hatte, hätte ich mir das Schulgeld für den Kurs nicht leisten können, und so war es eine aufgeschobene Hoffnung. Nach vielen Überlegungen wandte ich mich an Sr. Seraphine, die Koordinatorin von Dentists for Africa Kenya. Ihr Vertrauen und ihr Glaube an mich motivierten mich, ihre Führung und ihr Rat zeigten mir den richtigen Weg. Mit ihrer Unterstützung schrieb ich – über Johanna Wiest, die damalige Managerin – an den Vorstand von Dentists for Africa, der meinen Stipendienantrag annahm. Als 2021 die Zusage für das Studium Community Oral Health kam, war meine Freude riesig.

WycliffeDankbarkeit für echte Chancen

Ich bin dem Vorstand sehr dankbar! Die Unterstützung ermöglichte mir, mich ganz auf mein Studium zu konzentrieren – inklusive Unterkunft. Durch die monatlichen Zuwendungen konnte ich Schritt für Schritt eigenständig für meinen Lebensunterhalt sorgen. Ich habe gelernt, meine Ausgaben bewusst zu planen, Prioritäten zu setzen und Verantwortung zu übernehmen – für Unterkunft, Mahlzeiten, Transport und weitere grundlegende Bedürfnisse. Zusätzlich nutze ich Wochenenden für kleinere Nebenjobs, um weitere notwendige Ausgaben zu decken.Viele meiner Kommilitonen mussten ihr Studium abbrechen oder gerieten aufgrund finanzieller Engpässe in Rückstand. Umso größer ist meine Dankbarkeit für diese umfassende Unterstützung. Auch die begleitenden Einsätze in den Zahnstationen und die fachlichen Seminare stärkten meinen Weg. Besonders geprägt hat mich Dr. Hans-Joachim Schinkel, Gründer von Dentists for Africa: Ein sanftmütiger, mitfühlender und warmherziger Mann, der Träume nie aufgibt und den Bittenden immer eine Chance gibt.

Verantwortung übernehmen – heute und morgen

Heute assistiere ich in der DfA-Zahnstation in Nyabondo und verfeinere mit Entschlossenheit meine klinischen Fähigkeiten, während ich auf meine formelle Berufszulassung warte.

WycliffeUnterstützung, die weiterwirkt

Wycliffes Geschichte zeigt eindrücklich, was gezielte Förderung bewirken kann. Die Unterstützung von Dentists for Africa eröffnet nicht nur den Zugang zu Bildung, sondern schafft Stabilität, Selbstständigkeit und berufliche Perspektiven. Gleichzeitig stärkt es die zahnmedizinische Versorgung vor Ort – genau dort, wo sie dringend gebraucht wird.

Mit seinem Engagement gibt Wycliffe heute im zahnmedizinischen Projekt von Dentists for Africa etwas zurück: Fachwissen, Hoffnung und ein lebendiges Beispiel dafür, dass Träume wahr werden können, wenn Menschen aneinander glauben.

👉  Viele Waisenkinder in Kenia warten noch immer auf die Chance auf Schulbildung, medizinische Versorgung und eine Perspektive für die Zukunft. Werden Sie Patin oder Pate und helfen Sie mit, dass weitere Lebenswege so beginnen können wie der von Wycliffe.

Fotos: DfA, Aguko Foundation

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